Abwurf und Fund in der Ostsee / Dispatch and Landing in the Baltic Sea

Wolf Schindler an Bord der Rollo (1)

I am going to tell you today about the dispatch of three bottles and the immediate finding of one of them. Because all the protagonists are German, I am going to write in German with English translations in between.

Wie der Titel schon sagt, will ich heute von einem Abwurf (und auch gleich einem Fund) in der Ostsee erzählen. – Mal wieder auf deutsch, weil alle Protagonisten Deutsche sind. Aber nun der Reihe nach:

Am 16.6. habe ich hier 10 meiner neuen Fläschchen vorgestellt (in der Zwischenzeit sind noch welche dazu gekommen, aber davon ein andermal). Nur einen Tag später, schrieb mir mein Online-Freund und Flaschenpostkumpane Peter Stein aka James Ismael Kuck, ob ich ihm nicht eine oder mehrere der Fläschchen für einen Abwurf in der Ostsee schicken wolle.

On June 16th I wrote a blogpost here, showing off my newest bottles. Just a day later, a fellow German writer of messages in bottles, Peter Stein, contacted me and asked, whether I might be interested in three of the bottles being dispatched in the Baltic sea.

It just so happened that he was about to meet another creator of messages in bottles, the German artist Wolf Schindler, who was going to go on a sailing boat trip, and he was going to carry and dispatch several bottles – and maybe he could also drop in mine. — Of course I was only too happy to send over three of them:

my bottles Numbered 106, 110, 111 on board the Rollo (1)

Und zwar hatte er vor, sich mit Wolf Schindler zu treffen, einem Künstler (Malerei, überwiegend Acryl auf Leinwand, wenn ich das richtig sehe) aus Weilheim in Oberbayern, weit weg vom Meer. Aber trotzdem ist er ist auch Segler und Flaschenpostler: im Jahr 2000 startete er ein Flaschenpostprojekt, für das über 5 Jahre insgesamt 50 Flaschen abgeworfen wurden. Aber wie so viele, die einmal damit beginnen, scheinen ihn die Flaschenposten nicht mehr loszulassen. Auf seinen Törn Anfang Juli in der Ostsee (Start Kiel), hatte er natürlich auch Flaschenposten dabei. Na, und wenn man sich schon trifft, unter Flaschenpostlern, dann tauscht man auch gerne mal ein oder zwei Flaschen aus, und so hatte Peter für sein Treffen mit Wolf seinerseits was vorbereitet. So nun also die Frage an mich, ob ich nicht Peter was schicken wolle, das er dann mit zu Wolf bringen würde, und er würde sie dann, mit der Crew der Rollo (der Name des Schiffes, interessante Geschichte, die ihr hier nachlesen könnt) dann abwerfen.

all bottles together: the there small ones are mine, the two medium bottles were filled by Peter, and the three tall ones with red marking are Wolf’s (1)

Da konnte ich natürlich nicht “Nein” sagen, und habe gleich drei meiner Fläschchen auf den Weg gebracht. Am 26. Juni erhielt ich Nachricht von Peter, dass sie ihren Postweg heile überstanden haben.

On June 26th Peter contacted me to let me know that he received the bottles well. On the first of July they were handed over to the crew of the Rollo in Kiel:

Crew der Rollo (2)

Am 1. Juli dann wurden sie in Kiel der Crew der Rollo übergeben.

Am 5. Juli erhielt ich dann eine Nachricht per Email:

Hallo Hilke!

I found your bottle today at the „Ostsee“ in Großenbrode nearby Island
Fehmarn!
The bottle was lying on the Beach!
In the Night was strong North West Wind!

VG, der Finder

Seit dem habe ich nach und nach die Reise der Flasche zusammengebastelt. Weiterer Email-austausch mit dem Finder ergab, dass es sich um Flasche Nr. 111 handelte, die mit dem einzelnen Haus.

Am 12. 7., nachdem Wolf wieder zu Hause war, habe ich von ihm einen “Logbuch-Ausschnitt” zugeschickt bekommen, aus dem hervorgeht, dass die Flasche am 1.7. abgeworfen wurde. Seine Notizen sind ziemlich genau:

auf der Fahrt von KIEL-HOLTENAU nach ECKERNFÖRDE, Einf. Eckernf.- 
Bucht; 18.30 Uhr, Pos. 54°29´N 10°01´E, Wind 5 aus West, Böen 6-7, 
Wolken, Schauer

Das heisst, die Flasche war etwa 4 Tage unterwegs, und hat in der Zeit geschätzt knapp 70km zurückgelegt. Ich hab’ mir (von Peter) sagen lassen, dass das für die Ostsee ein ordentliches Tempo ist – aber anscheinend war ja auch ein ganz schönes Wetterchen!

contents of bottle No. 111 – obviously before sealing the bottle

On 5th of July, before I heard from Wolf when and where my bottles were dispatched, I received message of a finder, who had picked up my bottle No. 111 (the contents shown above) at a beach near Großenbrode in Germany, on the continental land near the island Fehmarn.

On the 12th of July Wolf Schindler sent me the log entries that contain the dispatches of my bottles, and from that it follows that it travelled a little short of 70km in 4 days, which isn’t bad for the Baltic sea.

I wish all the other bottles kind finders and safe travels!

Nun hoffe ich auf weitere Fundmeldungen sowohl von meinen, als auch von ihren Schwesterflaschen!

Flasche Nr. 106 (3 Häuser) am 2.7. auf der Fahrt von Eckernförde nach Marstal, Nähe Damp abgeworfen.

Flasche Nr. 110 (Picknick) wurde am 5.7. auf der Fahrt von Faborg nach Sonderborg abgeworfen.Gute Fahrt, alles Flaschenposten!

the message, tied to the base onto which the little house is then mounted

Ein herzliches Dankeschön an Peter S. und Wolf Schindler, für die Erlaubnis, eure Bilder zu benutzen. (1 Bildrechte Peter S., 2 Bildrechte Wolf Schindler)

Many thanks to Peter S. and Wolf Schindler for allowing me to use their photos. (1 copyright Peter S., 2 copyright Wolf Schindler)

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The story of a Dispatch

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Das beste Bild, das ich habe, und einem Abwurfbild am nächsten kommt.

Heute will ich davon erzählen, wie schon im Februar zwei meiner Flaschen abgeworfen wurden. Ich kann nicht so ganz schlüssig erklären, warum ich so lange damit gewartet habe, hier davon zu erzählen. Auf den Punkt bebracht, finde ich diesen Bericht hier besonders schwierig zu schreiben. Teilweise liegt es wohl daran, dass ich selbst nur nach und nach und immer bruchstückhaft davon erzählt bekommen habe. – Mittlerweile muss ich mich ordentlich beeilen. Wer weiß, vielleicht wird eine der Flaschen gefunden, bevor ich überhaupt vom Abwurf erzählen kann? Also beginne ich einfach mal mit einer Chronologie:

Today I want to talk about two bottles that were already dispatched in Febuary. I have no fully plausible explanation why it took me so long to write this blog post. In brief I found it hard to come up with what and how to write, but why? Well, maybe it is because the main information was revealed to me only a bit at a time. By now time is pressing: the bottles could get found any time, and I have not even let you know that they are afloat.
After some consideration, and insecure how to present the story to you, I’ll just start with a chronological presentation of the events:

sending off bottles to a friend in Northern Germany

sending off bottles to a friend in Northern Germany

Last fall I send four bottles to my friend Peter aka James Ismael Cook. He wrote about receiving them, and about throwing two of them into the Baltic Sea on December 5  in this Blogpost (German). About the other two, he remarked in an email, he had something “special” in mind. But nothing more.

Letzten Herbst schon habe ich eine Auswahl Flaschen an Peter aka James Ismael Cook geschickt. Am 5. Dezember hat er auf seinem Blog davon erzählt, wie er sie bekommen und dann zwei von ihnen in die Ostsee geworfen hat. Über die anderen beiden schrieb er mir nur, er habe etwas “besonderes” damit vor, was wollte er aber noch nicht erzählen.

Am 4. Februar hat er dann hier auf dem Blog den folgenden etwas krypischen Kommentar hinterlassen:

Vorhin bekam ich eine kurze Meldung von meinem “Sondereinsatzkomando Ente-3″ 😉 von der Doggerbank, die ich in der Rohform, wie sie via Satellit von Bord abgesetzt wurde, weitergebe:

“Betreff: Bottle 55

4.03.2015

Abwurf 18.30h
Lat 55°40.70
Lon 04°20.63
Angaben ungefaehr.”

(Ich vermute einen Tippfehler, und das Datum sollte eigentlich 4.03.2015 lauten.)

flaschenpost no 55

Flasche Nr. 55

On March 4th I then recieved the following message here in a comment on the blog:

A moment ago I received the following notice via satelite from my “special task force Duck 3” 😉 from the Dogger Bank:
Subject: Bottle 55
Dispatch: 1830 hours
Lat 55°40.70
Lon 04°20.63
all data approximations

And five days later, a similar comment:

Number 58 is drifting between Rügen and Møn since last night. This is the short notice I received from “special task force duck”:

“Bottle 58dispatch 8.02.15 23.50h
Lat 54°46.08
Lon 12°57.10

all data approximate”

flaschenpost no 58A

Bottle number 58

At that point, I had the idea that maybe Peter was out on a boat to post the bottles? Uttering my conjecture, I received the virtual equivalent of loud laughter. I was told that he was not on a “boat” but that the idea is not bad, just “boad” was more than just a slight understatement.
Ein zweiter Kommentar mit ähnlichem Inhalt kam einen Tag später an:

# 58 treibt seit letzter Nacht in dem Seegebiet zwischen Rügen und Mön. 🙂
Kurzmeldung von “Spezialkommando Ente”:

“Bottle 58
Abwurf 8.02.15 23.50h
Lat 54°46.08
Lon 12°57.10

Angaben ungefaehr”

Zu dem Zeitpunkt hatte ich ja schon den Verdacht, dass do wohl der Peter auf einem Boot oder Schiff unterwegs ist. “Stimmt nicht ganz” meinte er nur und “Boot ist übrigens etwas…-…hmm…-…ziemlich verniedlichend. “

Etwa eine Woche später hatte ich dann einen Brief auf Papier in der Post, der noch ein wenig mehr erklärt hat. Leider darf ich davon nicht viel erzählen. Aber mir wurde erklärt, dass es sich jeweils um Abwurfstellen möglichst weit weg von jedem Ufer handelt. – In der Tat jemand auf einem Schiff, und hat die Flaschen für mich eingeworfen. Peter hat, wie es scheint, überall so seine Helfer auf den Meeren dieser Welt herumschippern (naja, oder zumindest Nord- und Ostsee). Na, und jetzt warte ich darauf, dass eine dieser Flaschen auf gefunden wird. Vielleicht wird’s ja was, jetzt wo ich davon erzählt habe 🙂

About a week later a letter via traditional mail reached me, and let me finally make sense of all this information Unfortunately I was asked not to give you much of that information. But I learned that both positions were chosen to be far off land. Well, and now I hope someone might find them one day. Maybe soon, now that I have told you 🙂

 

Dispatch into the Baltic Sea – This is how the professionals do it

Photo credit: James Ismael Cook (flaschenposten.wordpress.com), used with permission

These two bottles were released into the Baltic Sea on 5th December. Photo credit: James Ismael Cook (flaschenposten.wordpress.com), used with permission

In my last post I told you that I send four bottles to James Ismael Cook, author of the blog flaschenposten.wordpress.com, and frequent visitor here. The first two bottles were dispatched on December 5th into the Baltic Sea. And yesterday reached me a beautiful, handwritten letter via snail mail with a lot of details about the day and event. Much more knowledgable than I about currents and winds, James took notice of exact location, wind and tides.

letter from james

letter from james on my desk while I am writing this blogpost

In meinem letztes Artikel habe ich schon geschrieben, dass ich per Post vier Flaschen an James Ismael Cook geschickt habe, Autor des Blogs flaschenposten.wordpress.com, selbst Flaschenpostredakteur, und regelmäßig Besucher hier. Die ersten zwei Flaschen sind am 5. Dezember in der Ostsee gelandet, und gestern hat mich nun ein handgeschriebener Brief mit den Details zum Abwurf erreicht. Er schreibt über den Abwurf:

Das Wetter war grau und diesig. Aber der Wind hatte in der Nacht davor gedreht. Seit Wochen hatten wir so ein penetrantes Russlandhoch, das sich zweitweilig sogar mit einem Azorenhoch verbunden hatte. Das hatte und hartnäckigen Ostwind beschert. Und den konnte ich wirklich nicht gebrauchen. Aber nun eine Brise aus Südwest. Zwar nur mäßig, aber die Richtung konnte nicht besser sein!

The bottles were thrown from the end of this groyne. Photo credit: James Ismael Cook (flaschenposten.wordpress.com), image used with permission

The bottles were thrown in from the end of this groyne.
Photo credit: James Ismael Cook (flaschenposten.wordpress.com), image used with permission

My two bottles were not the only ones which went into the sea that day. James had written four messages himself (the large ones that do not have a blue label on the outside – I love the brightly painted one), and also had a bottle from the artist Wolf Schindler (the clear bottle with the blue label) to throw in. So a total of seven bottles went into the sea that day. It will be interesting to see which ones get found where.

Meine zwei Fläschen waren nicht die einzigen, die an diesem Tag zu Wasser gelassen wurden. James selbst hatte auch vier Flaschen gemacht (die großen Flaschen ohne Etikett – mir gefällt die rot angemalte besonders gut!) und noch eine von dem Künstler Wolf Schindler (die klare Flasche mit blauen Etikett) bekommen. Insgesamt also sieben Flaschen. Es wird interessant, zu hören, wo und wann welche gefunden wird. 

Messages in Bottles by three different artists: Hilke Kurzke, James Ismal Cook, Wolf Schindler. Photo Credit: James Ismael Cook (flaschenposten.wordpress.com), image used with permission

Messages in Bottles by three different artists: Hilke Kurzke, James Ismal Cook, Wolf Schindler.
Photo Credit: James Ismael Cook (flaschenposten.wordpress.com), image used with permission

James wird wohl selbst auf seinem Blog nochmal über Details vom Abwurf schreiben. Ich schließe mit den übermittelten Daten zum Abwurf.

James is going to write in more details about this dispatch. I just close here with the details about my two bottles that I received in the letter:

from the letter from James Ismael Cook (flaschenposten.wordpress.com) to me, about my two little bottles.

from the letter from James Ismael Cook (flaschenposten.wordpress.com) to me, about my two little bottles.